Montag, 18. Oktober 2010

Postproduktion in vollem Gange..

Heute ein kurzer Einblick in meine Arbeit:

Gerade steht die Postproduktion für unsere Doku an. Das heißt es muss das "Buch" erstellt werden, mit dem ganzen Filmmaterial, das wir alle in den letzten Wochen transkribiert haben. Das ist meine Aufgabe.  Doch was so schön klingt, hat mich und meine Kollegin Steph heute fast in den Wahnsinn getrieben, weil alle Dokumente an einem anderen Platz waren.....ich habe nicht gefragt wie das passieren konnte, sondern versucht unser Buch einfach fertigzustellen. Wir war das noch mit den Pinguinen....einfach immer nett lächeln ;-)

Jedenfalls sind wir fast durch und bald geht's ans Drehbuch...und in Kürze fängt unsere Cutterin Katherine auch schon mit dem Schnitt an. Ihr seht, es geht voran mit unserer Doku. Thema ist ein chinesisches Mädchen, das vor 16 Jahren von einem kanadischen Ehepaar adoptiert wurde. Wir haben sie bei einem Trip in ihre ursprüngliche Heimat begleitet..auch in das Waisenhaus, in dem sie gefunden wurde. Parallel dazu haben wir ein chinesisches Mädchen bei ihren Adoptiveltern gefilmt, das zur gleichen Zeit in China adoptiert wurde..

Sehr schöne und vor allem emotionale Bilder sind dabei herausgekommen...und wenn morgen das Buch in den Copy Shop geht,  kann ich auch wieder richtig lachen ;-)

Am Donnerstag steht ein neuer Dreh an, wohoo!! Dann geht es mit meiner lieben Kollegin Steph zum Drehort. Morgen bekomme ich das Call Sheet (Drehplan usw) Dann kann ich euch mehr zum Thema sagen ;-)

Wettertechnisch hat sich alles wieder beruhigt, denn wir hatten vor ein paar Tagen starke Regenfälle.....sowas hab ich noch nicht gesehen. Da hat mir eine "kleine" Windböe meinen ganzen Schirm zerfetzt...toll! Es lagen auf jeder Straßenseite ungefähr fünf Stück...also war ich nicht die einzige Leidende! I will survive! In diesem Sinne...

Bis bald mit neuen News,
eure Fabi

Sonntag, 17. Oktober 2010

Shooting Day Part 1..

"Down with the barricade"..Klappe die ERSTE!

Wie schon letzte Woche angekündigt, hat nun heute endlich der erste Teil unseres Musikvideos begonnen. Früh ging es für mich heute Morgen raus und ich muss zugeben, als der Wecker geklingelt hat, wollte ich ihn am liebsten gegen die Wand schmettern. Habe ich natürlich nicht gemacht, sondern eher einen skeptischen Blick aus dem Fenster geworfen, denn das Wetter sah aus als ob es uns einen Strich durch die Rechnung machen wollte.

Nach kurzer Absprache mit dem Team haben wir es aber doch gewagt. Vor Drehbesprechung waren wir dann standesgemäß alle mit einem starkem Kaffee ausgerüstet und haben uns beraten. Nochmal ganz kurz einige Fakten zusammengefasst für all diejenigen, die meinen Blog über das Projekt gelesen haben,aber nicht mehr ganz genau wissen, warum wir an einem Sonntag Morgen so eine Aktion durchführen ;-)

- Der Stadtteil Montréal West hat sich über den durchfahrenden Verkehr ihrer Zugangsstraße beschwert und sieht den Verkehr als zu gefährlich für die Bürger an, deshalb wollten sie einen Bürgersteig zwichen den beiden Stadtteilen bauen. Haben sie dann auch. Fotos am Ende zu sehen.

- Der angrenzende Stadtteil Lachine war natürlich von Anfang an dagegen und hat versucht das Bauvorhaben zu stoppen, doch erfolglos.

- Da Montréal West als eigene Gemeinde gilt, (es gab ein Votum vor vielen Jahren) zahlen die Bürger auch den höchsten Steuersatz. Durch diesen Status der eigenen Gemeinde hatten sie das Recht diesen Bürgersteig zu bauen. 

- Nun sind die Bürger von Lachine so erbost und haben eine Protestaktion ins Leben gerufen. Nein, so schrecklich wie bei Stuttgart 21 ist es Gott sei Dank nicht geworden, aber die Leute gehen hier auf die Barrikaden....im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie tun alles dafür, dass dieser Bürgersteig wieder wegkommt.

- Weiteres Problem: Die Anwohner von Lachine müssen einen Umweg fahren um zu ihren Häusern zu gelangen..

- Krankenwagen und  Polizeistreife können nicht über den Bürgersteig drüber fahren, dafür ist der nämlich viel zu hoch...das beängstigt die Bürger von Lachine, da die Kriminalitätsrate gerade ansteigt und im Fall der Fälle der Krankenwagen länger bräuchte um am Unfallort anzukommen.

Fazit: Die Bürger sind richtig sauer und wollen deshalb ein  Protestviedo drehen, das unter anderem auch an die Radiostation CBC und kleinere Sender gehen wird. Das Video wird es in Englisch und Französisch geben...

Nach diesem kleinen Einblick in den Nachbarschaftssteit sind wir heute rumgezogen und haben einige Beauty Shots, also schöne Shots von der Anwohnern Lachines und der Umgebung gemacht. Die waren alle von der Aktion begeistert und der Regen hat uns bei den Shootings nur teilweise im Weg gestanden. Meine lieben Bafler wissen: Wer mit Kindern dreht, hat ne Menge Arbeit, denn die Eltern müssen zustimmen, dass ihre Kinder gezeigt werden dürfen... also hatten wir demnach eine Menge zu tun und sind hierbei mit einigen Anwohnern ins Gespräch gekommen. Hier fällt mir auch gleich auf wie eng das Nachbarschaftsverhältnis in Montréal ist. Jeder kennt jeden und das ziemlich gut. Also in Deutschland wird man mit einem distanzierten "Guten Tag"  abgespeist, wohingegen hier noch ein freundschaftliches Verhältnis gepfelgt wird. Nice!


Nächste Woche kommt dann auch die Bandaction dran. Das heißt die Band wird ihren Song performen und wir drehen dann das Video zu dem Song, den sie am Samstag im Tonstudio aufnimmt. Dann heißt unsere größte Hürde erneut Wetter, denn es wird immer schlechter in Kanada...und kälter! Nach einem relativ kühlen und verregneten Drehtag hab ich auch gleich einen Schnupfen mit abbekommen. Na ja, was tut man nicht alles für einen guten Dreh ;-)


Nächsten Sonntag könnt ihr dann lesen wie Teil 2 unseres Drehs gelaufen ist.

Hier nun noch ein paar Fotos von dem Bürgersteig( hier auch gerne die "Pseudo Mauer" genannt) und dem Team..

DER Bürgersteig

Man beachte die Pflöcke..

Team



 

Schönen Start in die neue Woche,
eure Fabi

Samstag, 16. Oktober 2010

Some hugs, Sabine, einige Kolumbianer und Fabi mittendrin

Kommen wir zu den Hugs..zu deutsch Umarmungen. Ich dachte immer, man will mich in den amerikanische Fernsehserien veräppeln wenn da einfach ein paar Leutchen stehen und einem ihre "free hugs", also diese kostenlose Umarmerei anbieten, aber nein, das gibt es wirklich!!!

Also bitte, da will man nur mal eben schnell zum H&M rein und die blockieren mit ihrer Tatscherei die ganze Rue St Catherine....vielleicht kommt da wieder mein fränkisches Temperament durch, aber nein, soweit geht mein Hang alles Neue auszuprobieren dann doch nicht :-D

Aber wieder etwas dazu gelernt, es gibt in der Tat Menschen, die sich bei eiskalten Temperaturen und einer starken Windböe auf die Straße stellen, nur um anderen Menschen mal ne Umarmung zu schenken. Ja mei, wem's gefällt ;-)

Kommen wir zu meiner lieben Sabine. Sabine ist ein ehemaliger Intern meiner jetzigen Firma. Ich habe angefangen und sie hatte ihren letzten Tag dort. Schade, muss man wirklich sagen, denn  sie ist schon viel rumgekommen. Sabin ist eigentlich Französin. Da ihr Vater aber Norweger ist, hat sie auch einige Jahre in Norwegen gelebt und ist danach ins schöne Florida. Zwecks Studium und Arbeit hat es sie dann nach Montréal gezogen. Dann haben wir dies standesgemäß mit einem Bier in unserer schönen Mikrobrasserie zelebriert. Also ich muss schon sagen, die Kanadier wissen wie man gutes Bier macht. Davon haben wir uns gleich eines gegönnt und haben über Gott und die Welt gesprochen(Gut, weniger über Gott als über die Welt, das muss ich zugeben)

Dann hat Sabine auch gleich meine komischen Essangewohnheiten bemerkt, als ich mir einen Crepe mit Schokosauce und Banane bestellt hatte, ein Bier UND einen Kaffee dazu. Der Kellner konnte nur ein verdutztes "really, beer, coffee..together..ähh" Ja, klar alles jetzt! Man, diese Kanadier essen hier "Putin", welches ein Gemansche aus Pommes, Sauce und viel Fett ist, aber bei einem Bier und Kaffee schauen sie dich an als säße Obe Wan Kenobe am Tisch... Na, ja, als wir uns dann so im Gespräch waren, bekam Sabine einen Anruf, dass wir unbedingt noch ins St Sulpice müssen.

Ich konnte mich erinnern, dass ich da schon einmal vor zwei Wochen war..und da die Canadiens gespielt hatten, sind wir dann dort auch noch hin und haben uns das Spiel angesehen. Dies führte mich dann auch zu den Kolumbianern, denn Sabine's beste Freundin stammt aus Kolumbien und studiert hier auf Lehramt Französisch. Das muss man auch erstmal finden ;-) Sie hatte Freunde zu Besuch und dann sind wir natürlich alle ins Gespräch gekommen uns ich kann behaupten: Die Kolumbianer sind ein nettes Völkchen :-)

 Im Gespräch hat sich dann auch ergeben, dass Sabine's Schwester nach Österreich zieht zwecks Feund und wir uns nach meiner Rückkehr dann im schönen Österreich treffen oder sie nach München kommt. Die Welt ist ein Dorf, ich sag es ja immer :-)

Bei dieser Gelegenheit haben wir dann auch gleich Pläne für Halloween geschmiedet, denn das ist hier eine riiiiesen Sache. Also nächster Plan ist ein passendes Kostüm zu finden, denn wenn man schon mal  hier ist, muss das ja auch anständig gefeiert werden. Einige können es schon gar nicht mehr erwarten uns waren gestern schon in voller Montur unterwegs :-P


Falls das Wetter mitspielt, findet morgen der Dreh zum Musikvideo statt....Dazu mehr im nächsten Blog.

Verregnete Grüße aus Montréal,

eure Fabi

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Der Frankenblog ;-)

Wenn die Pfalz auf Nämbeerch trifft...die Wurstbattle!

Um es gleich vorneweg zu sagen..ich mag die Pfalz, ich habe nichts gegen die lieben Leutchen dort und werde auch nie etwas Gegenteiliges behaupten, weil ich auch noch nicht dort war, besonders jetzt nicht mehr wo mein Kollege Andi ja Pfälzer ist. Doch er hat mich zutiefst getroffen..ja, genau dort wo es im fränkischen Herzen weh tut...Er hätte doch glatt behauptet, dass die pfälzische Bratwurst besser sei als die gute fränkische Wurst. Mon Dieu...!!! Ich bin entsetzt und deshalb gilt dieser Blog als Ode an die fränkische Bratwurst!!!! :-)

Das können wir Franken ja wohl nicht einfach so auf uns sitzen lassen, also ich brauche eure Unterstützung. Da Andi diese Woche zwei pfälzische Freunde zu Besuch hat, bin ich natürlich in der Unterzahl, aber das muss nicht so bleiben.

Also liebe Franken und Liebhaber der drei im Weckla, lasst euch was einfallen und unterstützt mich aus der Heimat mit knallharten Fakten und Argumenten..gerne via Facebook oder Mail. Welch ein Pech, dass meine Lieblingsfränkin gerade im Urlaub ist, aber ich baue auf euch!!!!!

Und hier noch ein paar Infos für alle Nichtfranken und Wurstinteressierte: (Aufgemerkt Pfalz!)

„Nürnberger Bratwurst“ ist die gesetzlich geschützte Bezeichnung für die weltberühmte kleine Bratwurst, die nach Jahrhunderte alter, vom Rat der Stadt auch heute noch festgeschriebener Rezeptur hergestellt wird. Demnach misst die Wurst sieben bis neun Zentimeter und wiegt maximal 25 Gramm. Sie besteht aus Schweinefleisch im Schafsdarm und ist deutlich mit Majoran gewürzt.

Erstmals erwähnt ist die besondere Bratwursttradition im Jahr 1462. Der Legende nach sind die Nürnberger Bratwürste so klein, damit sie im mittelalterlichen Franken auch noch nach der Sperrstunde an hungrige Kunden durch die Schlüssellöcher verkauft werden konnten. Seit 2003 untersteht die Nürnberger Bratwurst dem regionalen Herkunftsschutz der EU. Auch der Schutzverband Nürnberger Bratwürste e.V. setzt sich für ihren Qualitätsschutz ein. Einmal jährlich veranstaltet er einen Bratwursttag.

Und da soll die langweilige Bratwurst aus der Pfalz erstmal mithalten.....:-P

Und zum Schluß: Ein kleiner Fränkisch- Exkurs :-)

A boar Sätzle' af Fränkisch

I mecherd e´mal dichdn in de´ fränkischn Sprooch -
basst ner aaf wos i eich sooch.
Wos du maanst dichdn koo i net? -
Du i hob sugoar scho gschriem a glanns Sonett.

Obbe´ etzertla kummt de´ Hädedest -
des gibbt mer fei nu goar in Rest.
Ob i werkli fränkisch dichdn koo? -
Goar ned su leichd is´ - mei liabe´ Moo.

Etz fang i e´scht e´mal oo: „af fränkisch -
dou reimd si glei scho zänkisch!“
Sin mir Frankn zänkisch? – I maanerd nedd -
obber eigeh mecherd i ka Wedd.

Beim ann odde´ andern – hodd mer scho amal ghäie´d de´vo -
obbe´ däi kenna nix däfia´ – su is hold e´ Moo.
Sunst simmer scho äie´rer freindli und nedd -
und homm a immer in Kubf vurm Bredd.

Des maand mir san gscheid – is eh gloar -
ja werkli, dess is ganns gwies woar.
Weil mir Frankn - mir zäign di Huusn iebe´n Hindern -
däi Hoosn - däi däffn im Schdall iebe´windern.

Sixters suu gscheid sin mir Frankn -
unserm Herrgott dämmer däfia´ dankn.
Und aanu däfia´, dässer uns hod geem -
a´ suu a´ scheens Land wou mer drinna´ leem.



Servus, eure Fabi!!! ;-)

Dienstag, 12. Oktober 2010

Kulturelle Unterschiede Part1


Kulturelle Unterschiede...ein kleines Fazit


Im heutigen Blog möchte ich mal auf die doch vorhandenen kulturellen Unterschiede und Eigenheiten der Kanadier eingehen...da gibt es dann doch ein paar Punkte, die mal angesprochen werden müssen:

Die Sprache:
Montréal ist die einzige Stadt in Québec, in der zwei Sprachen offiziell anerkannt sind: Englisch und Französisch...doch ich möchte anmerken, dass dies zum Beispiel nicht für Taxifahrer gilt. Die kommen nämlich meistens nicht aus Kanada, sondern aus Ländern in denen ebenfalls Französisch gesprochen wird. (Nur ein Biespiel von vielen) Hierzu muss man betonen, dass die Québecois eine eigene Aussprache haben, die nicht jeder gleich versteht..nein, auch ich Sprachengenie brauche des öfteren dann doch mal bis ich einen Québecois verstehe, wie zum Beispiel meinen lieben Mitbewohnenr Felipe, der am Sonntag Nacht um 2 Uhr auf die geniale Idee kam die illustre Runde auf Französisch fortzuführen. Na ja, quatschen kann ich ja und dann habe ich beschlossen eben meine eigenen Nuancen mit einzubauen...es geht doch. Da muss auch der Québecois mal nachfragen, gell :-D

Im Restaurant:
Kommen wir zu meinem Lieblingsthema, dem Bezahlen im Restaurant....und der lieben Steuer.  Gleich zu anfangs wurden wir hier freundlich aufgeklärt, wie dieses System  funktioniert, da ich mir natürlich über so etwas keine Gedanken gemacht hatte. Die Steuer ist hier auf keinem Produkt ausgewiesen, demnach auch nicht auf der Speisekarte. (Wie hoch die Steuer ist, bestimmt jede Provinz für sich selbst) Das sollte man wissen wenn man Essen geht, kann teuer werden. (wenn man noch nicht weiß, wo man preisgünstig essen kann)



Kommen wir zum Trinkgeld, das ist hier nämlich Pflicht!



Der "Tip" von 15 bis 20 Prozent der Gesamtsumme im Restaurant ist ein Muss, da er fester Bestandteil des Lohns ist. Wer weniger gibt, bringt zum Ausdruck, dass er mit dem Service unzufrieden ist. (Kann anfangs zu Verwirrungen führen) Daran muss man denken, denn Kellner verdienen hier wirklich wenig Geld. Da bemerkt man auch gleich den Unterschied zu Deutschland: Hier sind die Kellner noch freundlich, weil sie eben auf das Geld angewiesen sind.  Das gleiche kann ich auch von Shoppingtouren berichten. Während ich mich hier bedanke wenn man mir etwas gibt, kommt nur ein "it's a pleasure" oder ein 'Nooo, Thank you". Verwirrend, wenn man die unfreundlichen Deutschen gewohnt ist :-D
 
Dieser Seviceunterschied leitet mein nächstes Thema ein: 
Die Öffnungszeiten. 
Hier haben die meisten Supermärkte 7 Tage die Woche von 9-22 Uhr offen, Drogerieläden sogar bis Mitternacht. In Montréal haben die Shoppingläden montags bis mittwochs bis 18 Uhr geöffnet, jedoch donnerstags und freitags bis  21 Uhr...da soll noch mal einer durchblicken. ;-) Samstags und sonntags bis 17 Uhr....immerhin, aber hier wird auch am Wochenende gearbeitet.

Alkohol:
Alkohol kauft man hier im SAQ-Store, der fein aufgereiht alle Weinsorten neben Wodka und Gin stehen hat. Für Mäx: Auch Grey Goose ;-)
In der Öffentlichkeit ist es verboten Alkohol zu trinken, also am Wochenende in der Metro mit Bier in der Hand wie man es im schönen München gewohnt ist, ist definitiv ein No- Go. 
Wo wir gerade beim Alkohol sind. Hier in Montréal gibt es Reataurants, die einem erlauben, seinen eigenen Wein mitzubringen. An unserem letzten Dretag der Doku sind wir dann alle zum Italiener und hatten uns noch vorher unseren Wein gekauft. Restaurants, die das anbieten, schreiben dies meistens außen an die Scheibe, damit man einen besseren Überblick hat. Der Grund: Wein in den Restaurants ist meistens sehr teuer..eine schöne Lösung. Gibt es das in Deutschland irgendwo??? Wäre super!

Und nun ein großer Wehmutstropfen...
Auto fahren in Kanada: Macht hier doch keinen Spaß wenn man höchstens 100 fahren darf.....ja 100!!!!! Gut, hier fahren sie eh nur alle die ollen Japaner, aber selbst 100 ist eine Qual. Hätte ja nie gedacht, dass die A9 mt 120 und teilweise aufgehobener Geschwindigkeitsbegrenzung eines Tages für mich als Luxus gelten kann. Nun gut, so weiß man die Dinge auch besser zu schätzen ;-)

Thema TÜV: Also so etwas gibt es hier nicht, kann es gar nicht geben, wenn neben uns ein Toyota fährt, dem die Fahrertüre halb am Boden hing und er sie ungelogen  fünf Mal zuschlagen musste bevor sie (irgendwie) hielt.


Wo wir schon beim Autofahren sind: Wenn ein Bus steht, steht der ganze Verkehr, aber auf beiden Seiten!!! Wurde mir bei einem Dreh im Auto praktisch erklärt, als der Wagen abrupt hielt und das halbe Equipment nach vorne schoss..welch ein Spaß!!!!! Ironie: Es ist keiner aus dem Bus ausgestiegen....ohh man!


Essen in Kanada:
Wie schon befürchtet, gibt es hier fast nur Weißbrot. Ist ja nicht so, dass ich es nicht mag, aber mehr davon uns man sieht nicht aus wie ein Baguette, sondern wie ein Ciabatta! 
Im Früchteregal liegen gelbe Himbeeren, neben grünen Tomaten....also da ist bei der genetischen Veränderung in den USA wohl etwas schief gelaufen. WIE teuer Lebensmittel hier sind, habe ich ja schon anfangs in einem anderen Blog erwähnt. Natürlich ist alles 'low fat' oder 'skimmed'. Und die Activia-Welle ist hier mal voll rübergschwappt.....natürlich hat alles schön Zucker mit drin. That's America! Die Milch gibt es in 2 Liter- Packungen und es gibt Milchsorten mit 0,1 Prozent Fett....äh, aber warum darf da dann noch Milch drauf stehen?! Meine Rettung: Es gibt Pumpernickel-Brot. :-)
 
' Die gute Nummer':Die Kanadier haben sich wohl das frühere Arbeitsamt zum Vorbild genommen und man darf hier überall und in fast jedem Laden eine Nummer ziehen. Egal ob beim Bäcker oder beim Arzt, man ist eben immer nur eine Nummer.....ach, wie unpersönlich! Schlange stehen die Kanadier von ganz alleine...und so brav. Da würde man in Deutschland schon einen Aufpasser brauchen, hier machen sie das ohne Aufforderung....so sind sie, die Kanadier :-D
 
Gym: Ein kanadisches Gym ist ganz anders aufgebaut als in Deutschland. Während bei uns alles so super hip sein muss, verbindet der Kanadier ein Fitnessstudio mit einer Kindertagesstätte. Das heißt, unten gibt es einen großen Raum für die Kids zum Spielen, während ich oben das Laufband fertig mache (oder es mich) ;-)
 
 
So, das war mein bisheriges Fazit nach 8 Wochen Kanada. Weitere Details folgen, denn man wird hier jeden Tag auf's Neue überrascht. ;-)
 
 
Liebe Grüße,
Fabi




Montag, 11. Oktober 2010

Thanksgiving

Thanksgiving


Thanksgiving-Wochenende ist in Kanada ein langes Wochenende, da der Montag ein Feiertag ist.  Folglich fahren die meisten Québecois zu ihren Familien und zelebrieren das Fest im engsten Kreise der Familie. Traditionell  geschieht dies natürlich mit einem riesen Truthan.
Diese Tradition haben wir natürlich gerne mitgemacht und waren heute Truthahn essen.

Doch zu allererst ein kleiner Exkurs in Sachen Thanksgiving, damit ihr den kulturellen Background nicht ganz vermisst:

Über den Ursprung von Thanksgiving sind sich viele nicht ganz einig:
Ein erstes Erntedankfest findet um 1500 in der Gegend von Texas statt. Jahre später in Florida und um das Jahr 1600 wurden im heutigen Virginia wiederum ähnliche Feierlichkeiten abgehalten. Doch es ist ein anderes Fest, auf welches sich die Amerikaner heute beziehen, wenn sie den Truthahn auftischen: Es ist das Jahr 1622 und erste englische Siedler stranden im heutigen Massachusetts. Als sie ankommen, treffen sie auf einheimische Indianer, die ihnen zeigen, wie man Mais und einheimische Pflanzen anbaut. Die reichliche Ernte des nächsten Herbstes veranlasst die Pilgerväter, ein dreitägiges Erntedankfest zu feiern. Ohne die Hilfe der Indianer hätten sie den Winter in der neuen Welt womöglich nicht überlebt.

 Am 3. Oktober 1789 propagiert der US-Präsident George Washington den ersten Thanksgiving-Day. Zum Nationalfeiertag macht ihn allerdings – exakt 74 Jahre später – Abraham Lincoln.

Und Thanksgiving wird hier in Québec ganz groß geschrieben. Viele besuchen über das Wochenende ihre Familien und an den Flug und Bahnhöfen herrscht nicht selten Chaos, wobei man sagen muss, dass es in den USA weitaus extremer ist....da kommen Familienmitglieder aus allen Teilen der Welt und sehen Thanksgiving wichtiger an als Weihnachten.


Hierbei muss erwähnt werden, dass es zwei verschiedene Daten für Thanksgiving gibt. In Kanada ist Thanksgiving am Montag gewesen. In den USA hingegen wird es erst  am vierten Donnerstag im November gefeiert.

Wie wir heute  bei unserem Turkey- Dinner feststellen mussten, kommen die Amis einfach nach Kanada um hier auch schon vorher Thanksgiving zu feiern.....ja, doppelt hält wohl besser...diese Amis.....

Wo wir gerade bei den Nationalitäten sind muss ich noch etwas loswerden, das mich jedes Mal auf's Neue fasziniert: Deutsch ist hier in Kanada gaaanz hoch angesehen,  denn man trifft an jeder Ecke in Montréal Menschen, die entweder eine Zeit lang in Deutschland waren um die Sprache zu lernen (ganz hoch im Kurs ist hier natürlich Berlin) oder es sprechen einen Verkäuferinnen auf den schönen deutschen Nachnamen Wittmann an (Whitman wie man hier so schön sagt) und erzählen einem dann, dass ihre Mutter oder Vater aus Deutschland stammt. Aber noch viel schlimmer, da denkt man an nichts Böses und sitzt in einem Restaurant und hört am Nebentisch deutsche Laute....ja so war das nicht geplant. ;-)


Ihr seht, Kanada ist sehr beliebt. Also man fühlt sich fast(!) ein wenig wie daheim...die Betonung liegt auf fast ;-) Nein, ich bin und bleibe Fränkin..und freue mich schon auf ein schönes Schäuferle in der Heimat :-D  (Nichts gegen meinen Truthan heute, aber ein Schäuferle bleibt eben ein Schäuferle)

Anbei noch ein Link zu dem Hotel, in dem wir heute unseren Truthan verspeist haben.

http://www.fairmont.com/EN_FA/Property/QEH/Photos/


 Bilder unseres toten Vogels wurde aus ethischen Gründen natüüürlich NICHT gemacht...;-) aber dafür habe ich euch ein anderes Bild eingefügt.....diese Amis sag ich da nur :-D




Grüße aus Montréal,
Fabi

Samstag, 9. Oktober 2010

Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt..



"Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt"....
ist ein Zitat von Reinhold Messner..und er hat Recht! Auch wenn es bei mir erstmal eine Kletterwand war und noch kein Berg...

Denn ich wir waren gestern das erste Mal KLETTERN.  Ich hatte vor ein paar Tagen die Idee das hier in Kanada unbedingt ausprobieren zu wollen. Ich wollte schon immer einen Kletterkurs besuchen, aber wie es dann so ist, fehlt einem die Zeit, der passende Kletterpartner oder das Geld..wobei ich zugeben muss, das Letzteres wahrschienlich immer überwiegen würde :-)

 Nachdem ich einen Tipp bekommen hatte, dass man hier in einem Klettergym solch einen Kurs belegen kann, habe ich nicht lange gebraucht meinen lieben Mitstipendiaten Andi zu überreden.  Jetzt muss ich fairerweise dazu sagen, dass mein lieber Kollege fast 2 Meter groß ist und nicht gerade Luftsprünge gemacht hat,als ich ihm von meiner brillianten Idee erzählt habe.... aber schon im nächsten Moment haben wir es mit "Ach, wie machen es einfach" durchgezogen. :-)

Dort angekommen, haben wir erstmal ein Formular ausfüllen müssen zwecks Sicherheitsvorschriften und das natürlich keiner dafür haftet, wenn er auch nur irgend jemand diese nette Wand herunterdonnern lässt....nun gut, die Devise lautete: Nicht groß duchlesen, bringt eh nichts außer Muffensausen.

Bei der Schuhvergabe kamen mir dann erste Zweifel, ob diese Schuhe mir wirklich passen würden. Ich hatte dem netten Herrn gesagt, dass ich auf großem Fuß lebe, aber er meinte nur "Die passen schon". Ja, wie die dann gepasst haben , hatte ich gleich festgestellt...nämlich gar nicht! Zwei Nummern größer fühlte ich mich dann auch bereit die Weiten der Mauer zu erklimmen und das Reinhold Messner Feeling kam so langsam auf. Ich träumte von den Bergen und wie toll es doch wäre mal in meiner Heimat ein paar Berge zu erklimmen und ehe ich aus meinen Kletterträumen wieder aufwachen konnte, kam ER: DAVE, unser Trainer!!! Tja, Dave hat mich ganz schnell wieder in die Realität zurückgeholt. Denn: Es gab zwei Stunden knallharte Theorie, denn wenn die nicht sitzt, braucht man erst gar nicht daran zu denken eine Kletterwand zu besteigen.

Bevor ich zum Knotenbinden komme, muss ich kurz einwenden, dass ich es schon zu Schulzeiten gehasst habe, zu stricken, zu häkeln oder etwas Vergleichbares zu tun, weil ich hierfür einfach zu grobmotorisch veranlagt bin. Und dann war da dieser Knoten.....ich nenne ihn den Knoten der Verzweiflung, denn Dave hat uns genötigt ihn mindestens 15 Mal zu üben...gut, es macht ja auch Sinn, denn ohne Knoten braucht man erst gar nicht anfangen. Ich fand es dann beruhigend, als ich zu meinen Mitstreitern rüber geäugt habe und bemerken konnte, dass dieser Knoten alles andere als mit Passion geübt wurde.

Da wir nach Größen eingeteilt wurden, habe ich meine Kletterpartnerin Julienne kennengelernt. Sie hatte schon ein bisschen Erfahrung was das Klettern angeht und war sehr lustig. Perfekt! Doch beim Sichern hat es mir meine Julienne nicht gerade einfach gemacht, denn die hatte ein Tempo drauf, dass ich kaum nachkam. Was dazu gelernt: "Einfach mit dem Partner kommunizieren" meinte Dave. ...auf diesen Satz habe ich mir nen ironischen Kommentar verkniffen, sonst wird wieder auf dem deutschen Humor rumgetrampelt :-P

Als ich dann das passende Tempo bei Julienne und mir gefunden hatte, ging es nach der langen Theorie des Knotenbindens eeendlich los. Wir wurden auf die Wand losgelassen!!!

Ich hatte damit gerechnt, dass man viel Kraft braucht um sich hochzuziehen, aber wenn man dann mal an der Wand hängt, bekommt man diese Kraft dann auch zu spüren. Nur soviel: Es gibt ihn, den Muskelkater in den Fingern ;-)


Wir haben dann auch das richtige Abseilen geübt und die Kommandos, die man sich gegenseitig zu geben hat. Hier eine Bitte an meine Kletterfreunde,denn mich würden die deutschen Ausdrücke hierfür sehr  interessieren. ;-)

Nach diesen drei intensiven Stunden hatte eure Fabi so Hunger, dass sie ihre verbrannten Kalorien gleich mal in einen Burger investiert hat, aber der war es Wert :-)

Fazit: Ich lebe, mir geht es gut und die nächste Wand kann kommen...wird aber dann wohl eher in den bayerischen Gefilden sein.

Anbei noch ein paar Fotos von unserer Kletterwand.

Beste Grüße aus dem sonnigen Montréal,
eure Fabi