Thanksgiving
Thanksgiving-Wochenende ist in Kanada ein langes Wochenende, da der Montag ein Feiertag ist. Folglich fahren die meisten Québecois zu ihren Familien und zelebrieren das Fest im engsten Kreise der Familie. Traditionell geschieht dies natürlich mit einem riesen Truthan.
Diese Tradition haben wir natürlich gerne mitgemacht und waren heute Truthahn essen.
Doch zu allererst ein kleiner Exkurs in Sachen Thanksgiving, damit ihr den kulturellen Background nicht ganz vermisst:
Über den Ursprung von Thanksgiving sind sich viele nicht ganz einig:
Ein erstes Erntedankfest findet um 1500 in der Gegend von Texas statt. Jahre später in Florida und um das Jahr 1600 wurden im heutigen Virginia wiederum ähnliche Feierlichkeiten abgehalten. Doch es ist ein anderes Fest, auf welches sich die Amerikaner heute beziehen, wenn sie den Truthahn auftischen: Es ist das Jahr 1622 und erste englische Siedler stranden im heutigen Massachusetts. Als sie ankommen, treffen sie auf einheimische Indianer, die ihnen zeigen, wie man Mais und einheimische Pflanzen anbaut. Die reichliche Ernte des nächsten Herbstes veranlasst die Pilgerväter, ein dreitägiges Erntedankfest zu feiern. Ohne die Hilfe der Indianer hätten sie den Winter in der neuen Welt womöglich nicht überlebt.
Am 3. Oktober 1789 propagiert der US-Präsident George Washington den ersten Thanksgiving-Day. Zum Nationalfeiertag macht ihn allerdings – exakt 74 Jahre später – Abraham Lincoln.
Und Thanksgiving wird hier in Québec ganz groß geschrieben. Viele besuchen über das Wochenende ihre Familien und an den Flug und Bahnhöfen herrscht nicht selten Chaos, wobei man sagen muss, dass es in den USA weitaus extremer ist....da kommen Familienmitglieder aus allen Teilen der Welt und sehen Thanksgiving wichtiger an als Weihnachten.
Hierbei muss erwähnt werden, dass es zwei verschiedene Daten für Thanksgiving gibt. In Kanada ist Thanksgiving am Montag gewesen. In den USA hingegen wird es erst am vierten Donnerstag im November gefeiert.
Wie wir heute bei unserem Turkey- Dinner feststellen mussten, kommen die Amis einfach nach Kanada um hier auch schon vorher Thanksgiving zu feiern.....ja, doppelt hält wohl besser...diese Amis.....
Wo wir gerade bei den Nationalitäten sind muss ich noch etwas loswerden, das mich jedes Mal auf's Neue fasziniert: Deutsch ist hier in Kanada gaaanz hoch angesehen, denn man trifft an jeder Ecke in Montréal Menschen, die entweder eine Zeit lang in Deutschland waren um die Sprache zu lernen (ganz hoch im Kurs ist hier natürlich Berlin) oder es sprechen einen Verkäuferinnen auf den schönen deutschen Nachnamen Wittmann an (Whitman wie man hier so schön sagt) und erzählen einem dann, dass ihre Mutter oder Vater aus Deutschland stammt. Aber noch viel schlimmer, da denkt man an nichts Böses und sitzt in einem Restaurant und hört am Nebentisch deutsche Laute....ja so war das nicht geplant. ;-)
Ihr seht, Kanada ist sehr beliebt. Also man fühlt sich fast(!) ein wenig wie daheim...die Betonung liegt auf fast ;-) Nein, ich bin und bleibe Fränkin..und freue mich schon auf ein schönes Schäuferle in der Heimat :-D (Nichts gegen meinen Truthan heute, aber ein Schäuferle bleibt eben ein Schäuferle)
Anbei noch ein Link zu dem Hotel, in dem wir heute unseren Truthan verspeist haben.
http://www.fairmont.com/EN_FA/Property/QEH/Photos/
Bilder unseres toten Vogels wurde aus ethischen Gründen natüüürlich NICHT gemacht...;-) aber dafür habe ich euch ein anderes Bild eingefügt.....diese Amis sag ich da nur :-D
Grüße aus Montréal,
Fabi
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