Samstag, 9. Oktober 2010

Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt..



"Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt"....
ist ein Zitat von Reinhold Messner..und er hat Recht! Auch wenn es bei mir erstmal eine Kletterwand war und noch kein Berg...

Denn ich wir waren gestern das erste Mal KLETTERN.  Ich hatte vor ein paar Tagen die Idee das hier in Kanada unbedingt ausprobieren zu wollen. Ich wollte schon immer einen Kletterkurs besuchen, aber wie es dann so ist, fehlt einem die Zeit, der passende Kletterpartner oder das Geld..wobei ich zugeben muss, das Letzteres wahrschienlich immer überwiegen würde :-)

 Nachdem ich einen Tipp bekommen hatte, dass man hier in einem Klettergym solch einen Kurs belegen kann, habe ich nicht lange gebraucht meinen lieben Mitstipendiaten Andi zu überreden.  Jetzt muss ich fairerweise dazu sagen, dass mein lieber Kollege fast 2 Meter groß ist und nicht gerade Luftsprünge gemacht hat,als ich ihm von meiner brillianten Idee erzählt habe.... aber schon im nächsten Moment haben wir es mit "Ach, wie machen es einfach" durchgezogen. :-)

Dort angekommen, haben wir erstmal ein Formular ausfüllen müssen zwecks Sicherheitsvorschriften und das natürlich keiner dafür haftet, wenn er auch nur irgend jemand diese nette Wand herunterdonnern lässt....nun gut, die Devise lautete: Nicht groß duchlesen, bringt eh nichts außer Muffensausen.

Bei der Schuhvergabe kamen mir dann erste Zweifel, ob diese Schuhe mir wirklich passen würden. Ich hatte dem netten Herrn gesagt, dass ich auf großem Fuß lebe, aber er meinte nur "Die passen schon". Ja, wie die dann gepasst haben , hatte ich gleich festgestellt...nämlich gar nicht! Zwei Nummern größer fühlte ich mich dann auch bereit die Weiten der Mauer zu erklimmen und das Reinhold Messner Feeling kam so langsam auf. Ich träumte von den Bergen und wie toll es doch wäre mal in meiner Heimat ein paar Berge zu erklimmen und ehe ich aus meinen Kletterträumen wieder aufwachen konnte, kam ER: DAVE, unser Trainer!!! Tja, Dave hat mich ganz schnell wieder in die Realität zurückgeholt. Denn: Es gab zwei Stunden knallharte Theorie, denn wenn die nicht sitzt, braucht man erst gar nicht daran zu denken eine Kletterwand zu besteigen.

Bevor ich zum Knotenbinden komme, muss ich kurz einwenden, dass ich es schon zu Schulzeiten gehasst habe, zu stricken, zu häkeln oder etwas Vergleichbares zu tun, weil ich hierfür einfach zu grobmotorisch veranlagt bin. Und dann war da dieser Knoten.....ich nenne ihn den Knoten der Verzweiflung, denn Dave hat uns genötigt ihn mindestens 15 Mal zu üben...gut, es macht ja auch Sinn, denn ohne Knoten braucht man erst gar nicht anfangen. Ich fand es dann beruhigend, als ich zu meinen Mitstreitern rüber geäugt habe und bemerken konnte, dass dieser Knoten alles andere als mit Passion geübt wurde.

Da wir nach Größen eingeteilt wurden, habe ich meine Kletterpartnerin Julienne kennengelernt. Sie hatte schon ein bisschen Erfahrung was das Klettern angeht und war sehr lustig. Perfekt! Doch beim Sichern hat es mir meine Julienne nicht gerade einfach gemacht, denn die hatte ein Tempo drauf, dass ich kaum nachkam. Was dazu gelernt: "Einfach mit dem Partner kommunizieren" meinte Dave. ...auf diesen Satz habe ich mir nen ironischen Kommentar verkniffen, sonst wird wieder auf dem deutschen Humor rumgetrampelt :-P

Als ich dann das passende Tempo bei Julienne und mir gefunden hatte, ging es nach der langen Theorie des Knotenbindens eeendlich los. Wir wurden auf die Wand losgelassen!!!

Ich hatte damit gerechnt, dass man viel Kraft braucht um sich hochzuziehen, aber wenn man dann mal an der Wand hängt, bekommt man diese Kraft dann auch zu spüren. Nur soviel: Es gibt ihn, den Muskelkater in den Fingern ;-)


Wir haben dann auch das richtige Abseilen geübt und die Kommandos, die man sich gegenseitig zu geben hat. Hier eine Bitte an meine Kletterfreunde,denn mich würden die deutschen Ausdrücke hierfür sehr  interessieren. ;-)

Nach diesen drei intensiven Stunden hatte eure Fabi so Hunger, dass sie ihre verbrannten Kalorien gleich mal in einen Burger investiert hat, aber der war es Wert :-)

Fazit: Ich lebe, mir geht es gut und die nächste Wand kann kommen...wird aber dann wohl eher in den bayerischen Gefilden sein.

Anbei noch ein paar Fotos von unserer Kletterwand.

Beste Grüße aus dem sonnigen Montréal,
eure Fabi

































 

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