Kulturelle Unterschiede...ein kleines Fazit
Im heutigen Blog möchte ich mal auf die doch vorhandenen kulturellen Unterschiede und Eigenheiten der Kanadier eingehen...da gibt es dann doch ein paar Punkte, die mal angesprochen werden müssen:
Die Sprache:
Montréal ist die einzige Stadt in Québec, in der zwei Sprachen offiziell anerkannt sind: Englisch und Französisch...doch ich möchte anmerken, dass dies zum Beispiel nicht für Taxifahrer gilt. Die kommen nämlich meistens nicht aus Kanada, sondern aus Ländern in denen ebenfalls Französisch gesprochen wird. (Nur ein Biespiel von vielen) Hierzu muss man betonen, dass die Québecois eine eigene Aussprache haben, die nicht jeder gleich versteht..nein, auch ich Sprachengenie brauche des öfteren dann doch mal bis ich einen Québecois verstehe, wie zum Beispiel meinen lieben Mitbewohnenr Felipe, der am Sonntag Nacht um 2 Uhr auf die geniale Idee kam die illustre Runde auf Französisch fortzuführen. Na ja, quatschen kann ich ja und dann habe ich beschlossen eben meine eigenen Nuancen mit einzubauen...es geht doch. Da muss auch der Québecois mal nachfragen, gell :-D
Im Restaurant:
Kommen wir zu meinem Lieblingsthema, dem Bezahlen im Restaurant....und der lieben Steuer. Gleich zu anfangs wurden wir hier freundlich aufgeklärt, wie dieses System funktioniert, da ich mir natürlich über so etwas keine Gedanken gemacht hatte. Die Steuer ist hier auf keinem Produkt ausgewiesen, demnach auch nicht auf der Speisekarte. (Wie hoch die Steuer ist, bestimmt jede Provinz für sich selbst) Das sollte man wissen wenn man Essen geht, kann teuer werden. (wenn man noch nicht weiß, wo man preisgünstig essen kann)
Kommen wir zum Trinkgeld, das ist hier nämlich Pflicht!
Der "Tip" von 15 bis 20 Prozent der Gesamtsumme im Restaurant ist ein Muss, da er fester Bestandteil des Lohns ist. Wer weniger gibt, bringt zum Ausdruck, dass er mit dem Service unzufrieden ist. (Kann anfangs zu Verwirrungen führen) Daran muss man denken, denn Kellner verdienen hier wirklich wenig Geld. Da bemerkt man auch gleich den Unterschied zu Deutschland: Hier sind die Kellner noch freundlich, weil sie eben auf das Geld angewiesen sind. Das gleiche kann ich auch von Shoppingtouren berichten. Während ich mich hier bedanke wenn man mir etwas gibt, kommt nur ein "it's a pleasure" oder ein 'Nooo, Thank you". Verwirrend, wenn man die unfreundlichen Deutschen gewohnt ist :-D
Dieser Seviceunterschied leitet mein nächstes Thema ein:
Die Öffnungszeiten.
Hier haben die meisten Supermärkte 7 Tage die Woche von 9-22 Uhr offen, Drogerieläden sogar bis Mitternacht. In Montréal haben die Shoppingläden montags bis mittwochs bis 18 Uhr geöffnet, jedoch donnerstags und freitags bis 21 Uhr...da soll noch mal einer durchblicken. ;-) Samstags und sonntags bis 17 Uhr....immerhin, aber hier wird auch am Wochenende gearbeitet.
Alkohol:
Alkohol kauft man hier im SAQ-Store, der fein aufgereiht alle Weinsorten neben Wodka und Gin stehen hat. Für Mäx: Auch Grey Goose ;-)
In der Öffentlichkeit ist es verboten Alkohol zu trinken, also am Wochenende in der Metro mit Bier in der Hand wie man es im schönen München gewohnt ist, ist definitiv ein No- Go.
Wo wir gerade beim Alkohol sind. Hier in Montréal gibt es Reataurants, die einem erlauben, seinen eigenen Wein mitzubringen. An unserem letzten Dretag der Doku sind wir dann alle zum Italiener und hatten uns noch vorher unseren Wein gekauft. Restaurants, die das anbieten, schreiben dies meistens außen an die Scheibe, damit man einen besseren Überblick hat. Der Grund: Wein in den Restaurants ist meistens sehr teuer..eine schöne Lösung. Gibt es das in Deutschland irgendwo??? Wäre super!
Und nun ein großer Wehmutstropfen...
Auto fahren in Kanada: Macht hier doch keinen Spaß wenn man höchstens 100 fahren darf.....ja 100!!!!! Gut, hier fahren sie eh nur alle die ollen Japaner, aber selbst 100 ist eine Qual. Hätte ja nie gedacht, dass die A9 mt 120 und teilweise aufgehobener Geschwindigkeitsbegrenzung eines Tages für mich als Luxus gelten kann. Nun gut, so weiß man die Dinge auch besser zu schätzen ;-)
Thema TÜV: Also so etwas gibt es hier nicht, kann es gar nicht geben, wenn neben uns ein Toyota fährt, dem die Fahrertüre halb am Boden hing und er sie ungelogen fünf Mal zuschlagen musste bevor sie (irgendwie) hielt.
Wo wir schon beim Autofahren sind: Wenn ein Bus steht, steht der ganze Verkehr, aber auf beiden Seiten!!! Wurde mir bei einem Dreh im Auto praktisch erklärt, als der Wagen abrupt hielt und das halbe Equipment nach vorne schoss..welch ein Spaß!!!!! Ironie: Es ist keiner aus dem Bus ausgestiegen....ohh man!
Essen in Kanada:
Wie schon befürchtet, gibt es hier fast nur Weißbrot. Ist ja nicht so, dass ich es nicht mag, aber mehr davon uns man sieht nicht aus wie ein Baguette, sondern wie ein Ciabatta!
Im Früchteregal liegen gelbe Himbeeren, neben grünen Tomaten....also da ist bei der genetischen Veränderung in den USA wohl etwas schief gelaufen. WIE teuer Lebensmittel hier sind, habe ich ja schon anfangs in einem anderen Blog erwähnt. Natürlich ist alles 'low fat' oder 'skimmed'. Und die Activia-Welle ist hier mal voll rübergschwappt.....natürlich hat alles schön Zucker mit drin. That's America! Die Milch gibt es in 2 Liter- Packungen und es gibt Milchsorten mit 0,1 Prozent Fett....äh, aber warum darf da dann noch Milch drauf stehen?! Meine Rettung: Es gibt Pumpernickel-Brot. :-)
' Die gute Nummer':Die Kanadier haben sich wohl das frühere Arbeitsamt zum Vorbild genommen und man darf hier überall und in fast jedem Laden eine Nummer ziehen. Egal ob beim Bäcker oder beim Arzt, man ist eben immer nur eine Nummer.....ach, wie unpersönlich! Schlange stehen die Kanadier von ganz alleine...und so brav. Da würde man in Deutschland schon einen Aufpasser brauchen, hier machen sie das ohne Aufforderung....so sind sie, die Kanadier :-D
Gym: Ein kanadisches Gym ist ganz anders aufgebaut als in Deutschland. Während bei uns alles so super hip sein muss, verbindet der Kanadier ein Fitnessstudio mit einer Kindertagesstätte. Das heißt, unten gibt es einen großen Raum für die Kids zum Spielen, während ich oben das Laufband fertig mache (oder es mich) ;-)
So, das war mein bisheriges Fazit nach 8 Wochen Kanada. Weitere Details folgen, denn man wird hier jeden Tag auf's Neue überrascht. ;-)
Liebe Grüße,
Fabi
Quebec ist übrigens die einzige Provinz in der man Alkohol auch ausserhalb der Liquor Stores oder SAQ's bekommt... nämlich Bier in den Tankstellen und Depanneurs..
AntwortenLöschenAch und noch was zum Brot.. auf St. Laurent ist La Vieille Europe dort gibt es neben allen möglichen europäischen Leckereien auch besseres Brot.