Dienstag, 5. Oktober 2010

Fabi in der Vendome Clinic

Salut,

heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in das kanadische Gesundheitssystem geben, welches so ganz anders ist als im Deutschland. Ich hatte das Vergnügen(wenn man davon sprechen kann) es heute am eigenen Leib zu erleben. Manch einer würde sich vielleicht wünschen, ich würde mir in der ein oder anderen Situation auf die Zunge beißen, doch das ich dies wirklich einmal mal tun würde und dann auch noch richtig, hätten wohl nur die wenigsten von euch gedacht. Nun ja,  klingt komisch, ist aber so!  Habe volle Arbeit geleistet und es hat sich schön entzündet....Nun, in Deutschland würde man jetzt vielleicht schnell mal beim HNO-Arzt vorbeischauen und das Ganze wäre schnell abgehakt. Doch nicht Québec...Seit 1970 ist jeder Quebecois versichert.Voraussetzung: Man muss ein Kärtchen haben, doch das bringt auch jeder brav mit. Doch: Zu einem Facharzt darf man erst gehen, nachdem man beim Allgemeinarzt war! Super Sache, wenn man ein Knieproblem hat, man zwei Stunden geim GP warten muss, damit der einem dann sagt, dass man  damit zum Orthopäden muss....Kleiner Einblick in die Arztodyssee meines Mitbewohners Felipe.

Nun ergibt sich aus der Tatsache, dass die KV for free ist folgendes Problem: Es kommt jeder wann er mag, also ohne Rendez-Vous(Nein, hat nichts mit einem Date zu tun liebe Nichtfranzosen , das ist ein  stinknormaler TERMIN)

Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht wahrscheinlich doch deutscher als ich es jemals gedacht habe, denn ich liebe Termine, vor allem wenn man dann auch um eine vereinbarte Zeit drankommt!

Doch nach Betreten des Raumes war der Warteraum schon voll und es hing ein Schild an der Wand, auf dem zu lesen war, dass man die liebe Dame bitte nicht fragen sollte, wann man drankommt, denn sie würde es einem eh nicht sagen können...Crystal Ball ..ihr wisst schon!

Ja, Danke auch! Also, wie alles in Kanada, akzepiere ich auch dieses System und setze mich brav hin. Was mir die gute Dame nicht gesagt hat ist, dass man eine Nummer bekommt und sie hat mir meine Nummer auch nicht mitgeteilt. Das hat die Situation noch einmal um eine Stunde verzögert und eine latente Antipathie in mir hervorgerufen!

Doch wen wundert es denn noch, wenn man sogar beim Bäcker eine Nummer ziehen muss, dann also auch beim Arzt.


Nachdem ich dann meinen Ipod gefühlte zwei Mal durchgehört hatte, schrie ein 60-jähriger grauhaariger Mann namens Dr. Harrison von hinten: Mrs Whiteman, you are next! (Schreibweise der Aussprache angepasst)


Die heiligen Worte eines schon in die jahre gekommenen Arztes, der wahrscheinlich mental schon im Feierabend war!!!! Doch es kam anders und die folgende Ärztin hat mich betreut...und zwar genau 10 Minuten. Tja, das nenn ich mal Fließbandexamination! Dann noch in die Pharmacy und ich war äußerst froh als ich aus dieser Klinik wieder rauskam!!

Meine diskussionsheißen Freunde: Wenn ihr nach meinem Aufenthalt gerne über das deutsche Gesundheitssystem reden möchtet, vor allem über die Vor und Nachteile, sagt Bescheid..es gibt noch Details über lästige Patienten, die sich ihren Arzt nicht aussuchen können, dann reinstapfen und richtig Stunk machen. :-D


So, und nun das Wichtigste für alle, die sich Sorgen machen sollten: Ja, es tut weh, doch wenn das Gesundheitssystem schon so fehlschlägt, baue ich auf die kanadische Pharmaziefirma, die mein Medikament herstellt :-D

Es grüßt euch aus dem sonnigen und heute warmen Montréal,
eure Fabi

1 Kommentar:

  1. Aha, auf die Zunge gebissen. Mann, sowas kann weh tun! Ich hab mal sowas ähnliches in einem der SAW Filme gesehen, das hat vielleicht gespritzt!

    Nummer ziehen beim Bäcker? Ich glaub ich hab da echt was nicht mitbekommen. Aber ich sags ja schon immer, wenn Deutschland nicht so stinkend kalt wäre ist es doch noch eiens der besten Länder.

    KV for free?!? Sowas geiles aber auch. Ich muss da hin, ab nach Canada!

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